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Das folgende Interview ist auch auf ENGLISCH verfügbar.

 

In den letzten Jahren ist ETRE FORT zu einem allseits bekannten und sehr wertgeschätzten Teil der Parkour Szene avanciert. Die EF-T1 Jogginghosen werden von Traceuren in allen Teilen der Welt getragen und geliebt und die Organisation ist regelmäßiger Partner und Supporter von Events auf dem ganzen Globus. Was ETRE FORT so besonders macht ist, dass die Firma aus den Bemühungen und Bedürfnissen 2er immernoch aktiver schweizer Traceure (Roger Widmer und Felix Stöckli-Iseli) hervorgegangen ist. Das folgende Interview behandelt kurz wie ETRE FORT entstanden ist, wie sich die Firma entwickelt hat, wie Roger und Felix ihre Marke in der Parkour Welt platziert sehen und gibt eine kleinen Ausblick in die Zukunft.

 

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Alex: Wie ist es zur Idee Etre Fort gekommen?

EF: Es begann Ende 2008 als Projekt, wir haben zu dieser Zeit immer breite baggy Hosen von Nike getragen, waren aber nie ganz zufrieden mit den Hosen. Wir entschlossen uns einfach selbst Parkour- Hosen zu produzieren, somit könnten wir alle Features und Gadgets einbauen die wir als wichtig erachten. Für uns war klar, dass wir keine Merchandise Produkte herstellen wollen, also fertige Produkte die mit einem Team-Logo oder mit einer Parkouraufschrift versehen werden. Es sollte eine eigenständige hochqualitative Marke sein. Anfang 2009 stand der Name fest und wir hatten die ersten Logo und Designentwürfe von Mathias Fritzen. Während einer langen Entwicklungsphase entstand ca. 90% die heutigen EF-T1 Parkour Hose. Wir kämpften anschließend mit verschiedenen Problemen, das größte war eine Produktion zu finden, welche ein solch spezialisiertes Kleidungsstück in kleiner Auflage und top Qualität produzieren kann.

Anfang 2010 mussten wir das Projekt auf Grund von Personal-, Zeit- und Geldmangel bis auf weiteres auf auf Eis legen. Mitte 2011 standen die Zeichen besser, wir sind durch Zufälle immer wieder an das Thema Parkour-Kleidung gestoßen und hatten verschiedene Produzenten kennen gelernt. Also entschieden wir uns die Marke nun endlich ins Leben zu rufen und starteten mit der Firmengründung im Mai 2012 durch.

 

EF-1_sketchAlex: Wie lang hat es von der Idee Etre Fort zur tatsächlichen Firmengründung und zur ersten Produktion gedauert und was waren so die Meilensteine dabei?

EF: Siehe Frage 1

 

Alex: Habt ihr euch ausschließlich durch eigenes Kapital finanziert oder habt ihr versucht wie ein Start Up zu agieren, Investoren an Land zu ziehen etc.? Möchtet ihr in Zukunft mit der Hilfe fremder Kapitalgeber expandieren oder bleibt Etre Fort ausschließlich ein 2 Mann Unternehmen?

EF: Wir haben alles selbst finanziert und wollten auch von Anfang an Unabhängig sein. Dies soll auch bis auf weiteres so bleiben… From Tracers for Tracers…

Alex: Habt ihr Mitarbeiter im klassischen Sinn?

EF: Nein zur Zeit nicht im klassischen Angestellten Verhältnis, es sind alles Freunde und wir haben Special Deals. Zur Zeit arbeiten wir aber daran, auch Mitarbeiter einstellen zu können.

 

Alex: Könnt ihr uns Details zu eurer Marketingstrategie zu Beginn verraten? Wie wichtig war und ist Produktsponsoring, Social Media, etc.?

EF: Wir haben den Release der Marke mit einem Trip „gefeiert“ , dafür haben wir verschieden Athleten und freunde eingeladen, welche als gesponserte Athleten unsere Markenbotschafter wurden. Aus diesem Trip ist auch die aktuelle LYCZ Kampagne entstanden, welche wir im 2014 und 2015 erfolgreich durchgeführt haben. Man kann auch sagen, wir haben uns mit den LYCZ Days ein wenig einen Bubentraum erfüllt.
Social Media ist sicherlich sehr wichtig, wobei man sich nicht nur darauf versteifen sollte, all die Reisen, Workshops und Trips welche wir in den letzten Jahren unternommen haben sind genau so wichtig.

 

Alex: Was hat sich an eurer Marketingstrategie grundsätzlich verändert seit dem Start?

EF: Wir wurden nun etwas konsequenter und versuchen bei einer Idee, alle wichtigen Punkte mit einzubeziehen. Vorbereitung, Hauptteil der Kommunikation und auch Nachbearbeitung. Früher haben wir uns oft nur auf den Hauptteil konzentriert.

 

Alex: Etre Fort war und ist nicht als reine Parkourmarke aufgesetzt sondern sollte von Anfang an eine breitere Zielgruppe ansprechen(wenn ich das richtig verstanden habe). Wie hilfreich ist das Parkourimage außerhalb der Szene?

EF: Das hast du richtig verstanden, Parkour ist unser Herz und von da kommen wir. Wir wollen aber mit der Marke alle Bewegungsbegeisterte vereinen, welche wissen was es heißt hart zu trainieren und die Komfort Zone verlassen zu müssen um im Leben was zu erreichen.

Das Parkourimage ist sicherlich ein Vorteil außerhalb der Szene, wobei der Hauptteil unserer Kunden noch Traceure und Freerunner sind.

 

Alex: Wenn ihr eure Geschätstätigkeit in ein Verhältnis stellen müsstet, Parkourszene intern vs. der Markt außerhalb Parkour, wie würde das aussehen? Kann man das überhaupt trennen?

EF: Das ist schwer zu sagen, im Moment konzentrieren wir uns noch sehr stark auf die Parkour und Freerunning Szene. Bei uns steht aber noch dieses Jahr ein großes Strategie Meeting an, bei welchem wir genau solche Fragen besprechen werden. Schlussendlich ist es unser Ziel über die Szene hinaus die Marke EF bekannt zu machen.

 

Alex: Könnt ihr uns eine grobe Einschätzung des Marktes “Parkour” geben bzw. eure Gedanken mit uns teilen? Wieviel ernstzunehmende Konkurrenz gibt es? Seht ihr euch mit Etre Fort gut platziert?

EF: Ich denke das ist immer noch ein sehr ideeller Markt, wir sind in der Szene zu Hause und haben den nie so konkret gerechnet. Es ist ein sehr junger Markt und alle Traceure wollen kaum Geld für Kleidung oder ähnliches ausgeben, nichts desto trotz haben wir uns mittlerweile als qualitativ hochstehendes Markenlabel im höheren Preissegment etablieren können.

Bezüglich Konkurrenz können wir nicht wirklich Angaben machen, wir sehen eigentlich keines der aktuellen Parkour – Labels als Konkurrenz, viele Labelgründer sind sogar Freunde von uns. Außerdem verflogen die meisten einen anderen Stil oder ein anderes Ziel und wir können sicherlich von einander profitieren.

 

teamtripAlex: Wie kam es zur Partnerschaft mit GUP (Galizian Urban Project)?

EF: Wie bereits beschrieben, haben wir im 2012 den ETRE-FORT Trip mit Freunden organisiert, Sergio war der einzige den wir nicht schon persönlich gekannt haben, Felix hatte sich mehrere Male mit Ihm unterhalten und er war von Anfang an Begeistert von der Idee. Währen dem Trip ist einen sehr gute Freundschaft entstanden und wir haben nach und nach alle weiteren Members von GUP kennen gelernt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Felix spanisch spricht, dies hat sicherlich vieles vereinfacht.

 

 

 

Alex: Welchen Tip könnt ihr all Jenen geben, die bereits ein kleines parkourorientiertes Bekleidungslabel haben bzw. ein solches Eröffnen wollen?

EF: Was wir jedem Jungunternehmer raten können: tu das was du tust mit Leib und Seele und lasse dich nicht vom Weg abbringen. Bleib am Ball und gib nicht auf. Ganz einfach „être fort“!

 

Alex: Was sind eure langfristigen Pläne für die Zukunft?

EF: Wir arbeiten an verschiedenen Projekten. Noch einen Schritt weiter zur 100 prozentigen Nachhaltigkeit:Zur Zeit arbeiten wir daran die erste 100% organic, fair, ecological, CO2 neutral und transparente Kleidungsstücke anbieten zu können. Die Transparenz erreichen wir dadurch, dass jedes Produkt einen Herstellungscode enthält und dann auf unserer Seite die gesamte Produktion nachverfolgt werden kann. Hierfür haben wir einen neuen Partner: REMEI (bioRe: http://www.biore.ch). Unterstützen der Parkour Communities:Nebst den gesponserten Athleten haben wir unter der Kategorie Friends verschiedene Parkour Communities welche wir unterstützen. Unser Ziel ist diese Communities in Zukunft noch stärker unterstützen zu können.

Und noch vieles mehr

 

Alex: Gibt es etwas was noch unbedingt erwähnt werden sollte?

EF: TRAIN HARD – TAKE CARE! Vielen Dank für Eurer Engagement und beste Grüsse Roger und Felix

 

An dieser Stelle ein großes DANKE an ETRE FORT für die Zeit die sie sich trotz der laufenden LYCZ days genommen haben um unsere Fragen zu beantworten.
Für mehr Infos besucht http://etre-fort.com/de/ und http://etre-fort.com/de/lycz/

The following interview is also available in GERMAN.

 

In the last years ETRE FORT has become a well known and highly appreciated part of the Parkour scene. The EF-T1 pants are worn by traceurs in all parts of the world amongst athletes of all skill levels and the company is a regular event partner and supporter all over the globe. What makes ETRE FORT special is that the company evolved out of the scene being brought to life by (still active) traceurs Roger Widmer and Felix Stöckli-Iseli based in Switzerland. The following interview briefly covers how ETRE FORT developed, how Roger and Felix see their brand placed in the Parkour world (and outside) and what we can expect for the years to come.

 

 

EF_team

Alex: How did the idea “ETRE FORT” start?

EF: It all started in 2008 as a project, at that time we were always wearing these baggy Nike pants but were never truly satisfied with them. We simply decided to produce our own Parkour pants, this way we could incorporate all the features we considered important. It was clear to us that we did not want to produce any merchandise products, meaning products that already exist and just putting our team logo or the word “Parkour” on it. It should be an independent high quality brand. Beginning of 2009 we had the name and first logo and design drafts from Mathias Fritzen. During a long development phase 90% of the EF-T1 Parkour pants as they exist today were being shaped. We were fighting with a variety of problems after that, the biggest being finding a production that was suitable to produce such a specialised piece of clothing in a top quality and a small quantity.

 

Early 2010 due to personal reasons, a lack of money and time we had to freeze the project. In the beginning of 2011 the signs were better, by chance we encountered the topic of Parkour clothing various times and got to know different producers. That´s when we finally decided to bring the brand to life and kick it off with the creation of the company in May 2012.

 

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Alex: How long did it take from the idea ETRE FORT to founding the company and the first line of production and what weresome of the major milestones on the way?

EF: See question 1!

 

Alex: Did funding work through private equity (Eigenkapital) or did you act like a start up trying to get the interest of investors? Is it part of the plan, at some point, to expand through external capital (Fremdkapital) or will ETRE FORT exclusively be a 2 man show?

EF: We financed everything ourselves and wanted to be independent from the beginning. This should stay like that…From Tracers for Tracers…

Alex: Do you have employees in the classic sense?

EF: At this time we don´t have employees but many friends and special deals. We are currently working on providing employment though.

 

Alex: Could you reveal some details about yourmarketing strategy in the beginning? How important were and still is product sponsoring, social media, etc.?

EF: We “celebrated” the release of the brand with a trip where we invited various athletes and friends who would later become sponsored athletes and brand ambassadors. A result from this trip is also the LYCZ (Leave Your Comfort Zone) campaign we successfully did in 2014 and 2015. One could say we fulfilled ourselves a boy´s childhood-dream a little bit with the LYCZ days.

Social Media plays an important role for sure but you should not overrate it, all the trips, workshops and travelling we did were just as important.

 

Alex: Have there been any major changes in the marketing strategy if you compare it to the beginning of ETRE FORT?

EF: We have become more consequent and try to take all the important aspects into account when we have an idea. Preparation, main part of the communication and post production. In the past we often just focused on the main part.

 

Alex:ETRE FORT was and is not solely a Parkour brand but should aim towards a broader target audience (if I got that right). How helpful is the Parkour image outside of the scene?

EF: Yeah you got that right, Parkour is our heart and that´s where we come from. But with our brand we want to combine all movement enthusiasts who know what it means to train hard and leave ones comfort zone in order to achieve something in life.

The Parkour image is beneficial outside the scene, but our main clients are Traceurs and Freerunners.

 

Alex: If you were to put your business into relation of Parkour scene vs. the market outside the scene, how would that look? Can you even separate it?

EF: That´s hard to say, at the moment we still strongly focus on the Parkour and Freerunning scene. This year still we will have an internal strategy meeting though where we will especially discuss questions like these. In the end it is our goal to grow EF into a brand recognised outside the scene as well.

 

Alex: Could you give us a raw estimation of the market “Parkour” and share your thoughts with us? Is there any tough competition? Do you see your brand placed in a nice spot?

EF: I think it is still an idealistic market, our home is the scene and we have never actually calculated the market a lot. It is a young market and not a lot of Traceurs are willing to pay for clothing or the like. Nevertheless we have managed to establish ourselves as a high quality brand in the upper price range.

In relation to competition we can´t really make any statements, we don´t see any of the existing Parkour labels as competition, many founders of labels are actually friends of us. Besides, many labels follow a different style and/or different goals, we are sure we could all benefit from each other.

 

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Alex: How did the partnership with GUP happen (Galizian Urban Project)?

EF: As we described in a previous  question we organised the ETRE FORT trip with friends back in 2012, Sergio was the only one we had not met personally yet at that time. Felix talked to him multiple times already and was excited about the idea of having him. During the trip a strong friendship developed and over time we got to know all the members of GUP. Another important point is that Felix speaks Spanish making many things a lot easier.

 

 

 

Alex: Do you have any advice you can give to people wanting to start their own Parkour related fashion label or already have set up something in that way?

EF: What we can advice any young entrepreneur: do what you do with passion and soul and don´t let anyone set you off. Stay on track and don´t give up. Simply „être fort“!

 

Alex: What are your long term plans for the future?

EF: We are currently working on different projects.

A step further to 100% sustainibility:

At the moment we are working on providing the first 100% organic, fair, CO2 neutral and transparent pieces of clothing. We reach transparency through fitting our products with a code allowing anyone who wishes to trace its entire way of production online on our website. We partnered up with REMEI (bioRe: http://www.biore.ch) for this cause.

And many more.

 

Alex: Anything else to add?

EF: TRAIN HARD – TAKE CARE! Thank you very much for your effort and all the best from Roger and Felix

 

A big THANK YOU at this point to ETRE FORT for taking their time despite being in the middle of their LYCZ days at the time the interview was taken.
Check out: http://etre-fort.com/de/ and http://etre-fort.com/de/lycz/