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Vom Punkt wo ich stehe geht es ca. 13 Meter abwärts bis zur Fahrbahn, von dort erneut ca. 15 Meter runter ins Schwarze, wo die Donau lauert. Die Knie zittern auf den ersten Metern und den ersten Bogen überquere ich in QM (auf allen Vieren ohne dass die Knie den Boden berühren). Danach muss ich mich aufrichten, denn ein beherzter Schritt über den 13 Meter Abrgund muss her, sonst bin ich gefangen.

Aber kurz zum Anfang. Seit ich 2004 in Linz Parkour zu trainieren begonnen habe, war es mein Traum die Donau über eine der 3 Linzer Brücken zu überqueren. Macht ja jeder, jeden Tag… möchte man meinen. Naja ganz so ist es nicht, denn ich meine tatsächlich ÜBER die Brücke. Also oben über die Brücke… Für dieses Unterfangen war die Eisenbahnbrücke immer mein Traum, da es von Anfang an machbar ausgesehen hatte. Mehrere Gründe sprachen jedoch dagegen. 1. Die Brücke ist befahren. Wenn ich versage gefährde ich nicht nur mich, sondern andere Menschen. 2. Die Stromleitungen für den Güterverkehr machen das Vorhaben lebensgefährlich und unberechenbar, denn die gedachten Kletterrouten führen direkt daran vorbei. D.h. falls sich daran nichts ändert, werde ich diese Überquerung nie probieren oder auch nur in Erwägung ziehen. Es genügt mir zu wissen, es ist technisch und physisch für mich möglich.

2016 wurde die Brücke gesperrt, um schrittweise abgetragen zu werden. Jahrelang schwebt mir also im Kopf vor, die Brücke zu überqueren und nun scheint es, lösen sich meine beiden Gründe die dagegen gesprochen haben einfach in Luft auf? Bin ich bereit zu tun, was ich mir so oft ausgemalt habe?  Ich habe den Abriss-Prozess Wochen lang beobachtet. Die Fahrbahn wurde aufgestemmt, der Strom wurde abgedreht, der Verkehr wurde eingestellt, die Brücke wurde abgesperrt. Und es würde nicht mehr lange dauern, dann würde an einer der beiden Seiten die Verbindung zum Ufer gekappt,… für immer.

Meine bisherigen Erfahrungen in dem Bereich haben mich auf ein solches potentielles Vorhaben gut vorbereitet. Über verlassene Brücken bin ich im Schutz der Nacht in London und anderen Städten Europas bereits gegangen, habe in Marathonsessions, die wir Night Missions nennen, nach 6 bis 7 stündiger körperlicher und geistiger Belastung immer noch technisch schwierige Routen unter, auf und über diverse Brücken und Strukturen geklettert. Ich bin kein Anfänger – no excuses.

Wenn ich diese einmalige Chance verstreichen lasse, mir selbst nicht beweise, dass ich es kann, dann war mein ganzes bisheriges Training umsonst. Parkour, eine Trainingsmtehode um köprerlich und geistig stärker zu werden. Reinste Häuchelei, wenn ich mich nur in meiner Comfortzone bewege. Die Challenge ist hier und jetzt und ich möchte sie wahrnehmen. Die Entscheidung ist gefallen.

Vorbereitung. Ich brauche eine detaillierte Route. Zumindest so gut das möglich ist. Das bedeutet ein Weg durch die Absprerrung, ein “sicherer” Weg auf die Brücke, ein sicherer Weg von der Brücke wieder runter. Und ich möchte das nicht alleine machen. Ein Sturz in die Donau, ohne dass es wer mitbekommt, nicht gut. Außerdem muss der Zeitpunkt gut gewählt werden. Im Verlauf meiner nächsten Linzaufenthalte, normalerweise, wenn ich meine Eltern und Freunde besuche (ich wohne seit 4 Jahren in Wien), habe ich die Brücke immer wieder untertags besucht. Ich habe den AbrissProzess mitverfolgt und gleichzeitig nach den Sicherheitsvorkehrungen gesehen, die freundlicherweise sehr lax waren. Der Zaun war maximal ein Sichtschutz. Jedenfalls konnte ich bereits erste potentielle Aufstiegspunkte orten und somit einen Teil der Route planen. Der Abstieg war jedoch nicht planbar, weil nicht zugänglich. So blieb mir im worst case nur die Option, als Ausstieg jenen Weg zu nehmen, den ich als Einstieg benutzt habe. Suboptimal, aber ok. Das Routenproblem war soweit möglich gelöst. In der Praxis schaut es dann eh anders aus als man es durchplant, aber der Plan legt eine gute Basis. Das Problem bei der Planung ist, dass man nichts testen kann. D.h. wie verhält sich das Material? Sind die geplanten Tritte stabil? Sind die Griffabstände in Ordnung oder zu weit gedacht? Das muss man leider immer vor Ort begutachten. Im schlimmsten Fall bricht man die Aktion ab.

Wenn es nicht sicher ist, sich nicht sicher anfühlt, abbrechen. Und das erfordert viel Mut, mehr Mut als die Aktion blind durchzuziehen. Ich bin kein wahnsinniger Krankletterer, der sich mit einer Hand in den Tod hängt. Ich habe nicht jahrelang trainiert und mir den Arsch aufgerissen nur um dann wegen meines Egos frühzeitig abzunippeln.

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Ok d.h. Route… check. Was ist mit dem Zeitpunkt? Bezüglich des Wochentages war ich limitiert. Es musste ein Freitag oder Samstag sein, was eher schlecht ist. Das sind Tage an denen die Leute in meinem Alter fort gehen, saufen gehen. An denen auch die Polizei mit Troubles rechnet. Aber vielleicht liegt der Fokus der Exekutive eher in der Linzer Altstadt als im Dunkel der unbeleuchteten Linzer Eisenbahnbrücke. Ich hoffte es.

Zur Uhrzeit: Solche Aktionen möchte man setzen, wenn möglichst wenig Menschen wach sind. D.h. idealerweise zwischen 02:00 und 05:00. Berechtigterweise fragst Du dich jetzt warum ich so tue als würde ich den Einbruch in Fort Knox planen? Das Problem ist, dass der Alltagsmensch kein Verständnis dafür hat, warum ein 28 jähriger Mann ohne Sicherung über die historische Donaubrücke gehen möchte. Und ich sage ehrlich. Ich kann es verstehen. Außerdem möchte ich niemandem das Gefühl vermitteln das wäre leicht, geschweige denn ungefährlich. Deshalb mache ich so etwas idealerweise mit möglichst wenig potentiellen Beobachtern. Ich filme diese Dinge nicht. Ich fotografiere sie nicht. Hier liegt übrigens der entscheidende Unterschied zur Roofing Szene, zu Krankletterern, zu den Todesfällen von Jugendlichen, von denen Du vielleicht bereits gelesen hast. Der Fokus liegt auf der Aktion, nicht auf der Inszenierung der Aktion.

Unsere Einkaufsliste vervollständigt sich. Die Route sitzt so gut es geht. Zeitpunkt und Wochentag stehen. Ein paar Tage vor der Aktion habe ich einen guten Freund von mir gebeten, ob er dabei sein könnte. Ob er vom bekannten Linzer Skatepark ein Auge mit dem Fernglas auf mich werfen könnte, sollte ich in die Donau fallen. Ich bat ihn, die Rettung und Polizei zu rufen sollte etwas schief gehen. Wenn man sich in Situationen wie diese begibt, muss man auch an seine Familie denken, an alle Personen die man liebt und schätzt. Was ist wenn? Das ist eine schmerzliche Frage, aber sie nicht zu stellen wäre unverantwortlich. Alles was ich in Anbetracht dessen tun konnte, war einen guten Freund zu bitten die Einsatzkräfte zu alamieren, um meine Überlebenschancen zu steigern, sollte tatsächlich etwas schiefgehen. Er war gebrieft.

Was mir spontan am Tag X noch eingefallen ist, war einen Linzer Parkour Kollegen zu kontaktieren, der zwar schon einige Jahre nicht mehr aktiv trainiert, dessen Talent und geistige Stärke mich jedoch immer beeindruckt haben. Gemeinsam mit einem ebenso so erfahrenen Traceur (=ein Parkourausübender)  lassen sich eventuelle Risiken weiter minimieren. Außerdem wusste ich, er würde gerne bei dieser Aktion dabei sein und er war einer von sehr wenigen Personen, denen ich so etwas ruhigen Gewissens zutrauen konnte.

Der Tag näherte sich. Das Wetter war gut. Die Voraussetzungen perfekt. Um 02:00 war Treffpunkt am Urfahranermarktgelände. Auto parken, letzte Vorbesprechung, alle kennen ihre Rollen.

Am Weg zur Brücke kamen uns Leute entgegen, ungewöhnlich. Aber ok. Der Skatepark war leer, die Position für meinen Freund war gefunden er war ready (danke nochmals – war sicher langweilig für Dich).

Der Kollege und ich nähern uns der Brücke, meine Idee zum Umgehen der Absperrung lag darin, von unter der Brücke auf die Fahrbahnebene zu klettern. Ob sich die blechernen Metallrohre, auf denen mein Aufstieg geplant war, verbiegen oder nicht, dürfte ob des geplanten Abrisses eher vernachlässigbar sein. Normalerweise achte ich darauf nichts zu beschädigen. D.h. wenn auch nur die Gefahr besteht eine Blechabdeckung einzudrücken ist das bereits ein Show Stopper für mich. In diesem Fall nicht, wobei wir letztenendes sowieso nichts beschädigt haben.

Wir befinden uns also frontal vor der Brücke, die erste Hürde ist geschafft. Als nächstes kommt der Aufstieg zum Level  1. Ein ca. 10 Meter langer und 3 Meter hoher erster Weg, den wir erklimmen müssen. [siehe Bild1] Das zählt noch zum einfachen Teil, denn diese Ebene ist erst meine Verbindung zum niedrigsten Teil des ersten Brückenbogens von dreien, die wir überqueren möchten. Sich dort hinzubewegen war relativ einfach. Schwieriger war das Klettern auf den ersten Bogen.  Das Problem ist, dass der X-förmige Stahlträger durch die angebrachte Abdeckung technisch sehr schwer kletterbar wurde. Somit hatte ich 2 Optionen. 1. rundherum klettern und seitlich hoch, das ging jedoch nicht, weil am oberen Ende der Stahlträger sehr dick und nicht greifbar war (ja, ich habe es an Ort und Stelle probiert). 2. eine Kraftaktion mit schwerem Klettergrad, ungesichert und auf Höhe. Und noch viel schwerwiegender: der Weg zurück ist um ein Vielfaches gefährlicher als der Aufstieg. Ich habe mich dafür entschieden und bin vorgeklettert. Drei oder vier Griffe waren es, bis ich in die Hängeposition kam von der aus wir hochplanchen konnten (Planche = aus der hängenden Position mit Muskelkraft in die Stützposition ziehen).

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Nach der Aktion selbst wusste ich, dass ich diesen Weg auf keinen Fall retour gehen werde. Und das bereitete mir etwas Unbehagen, weil somit mein Abstieg ernsthaft gefährdet war. Ich entschied, mich später um das Problem zu kümmern. Jetzt liegt ersteinmal die Brücke vor uns. Wir waren angekommen.

Der Brückenbogen selbst war ca. 3 – 4 Fußsohlen breit und mit herausstehenden runden, faustgroßen Nietenköpfen gepflastert, super für die Trittfestigkeit… nicht. Die grüne Beschichtung des Bogens war griffig, die Taubenexkremente darauf ganz und gar nicht. Wir haben also einen eher breiten und von der Rutschfestigkeit unberechenbaren und vor Allem unebenen Boden vor uns, der auf beiden Seiten von einem Abgrund begleitet wird, der tödlich ist.

Yay!

Den ersten Brückenbogen konnte ich nur in QM kriechend überqueren, während mein Kollege flanierend über den Balken schwebte, als ob er gerade spazieren gehen würde. Am Ende des ersten Bogens angekommen, gab es das erste Problem. Um weiterzukommen war es notwendig einen großen Schritt, vielleicht sogar einen Sprung anzusetzen, um zur anderen Seite zu kommen. [siehe  Bild2]

Für Parkourausübende ist das Springen und Landen auf kleinen Flächen die Norm. Jedoch nicht im Dunkeln, auf rutschigem Boden, mit null Fehlertoleranz (weil Tod) und auf geneigten Flächen. Denn ja, die Landefläche war pyramidenförmig angeordnet. In der Mitte ein Spitz, von dem sich sie Flächen zu den Seiten neigten. Das Quadrat hatte die Größe eines Tellers. Was tun?

Bild2

Der Sprung war mit genug Selbstvertrauen einfach, jedoch nur wenn man einen kühlen Kopf bewahrt. Hier in Panik zu geraten ist wortwörtlich einfach tödlich. Mein Kollege hat den Sprung zuerst gemacht und hat mir dann die nötige Info gegeben, die ich brauchte, um ihn gut berechnen zu können.

Eines solltest Du nämlich an dieser Stelle noch von mir wissen. Aufgrund des Gesundheitszustandes meiner Augen (angeborenes Schielen und angeborene Weitsichtigkeit) sehe ich kein 3D (also kein räumliches Sehen). Habe ich nie, werde ich nie. Auch nicht, wenn man mir diese in den 90er Jahren trendig gewordenen Bücher mit den verschwommenen Mustern vors Gesicht knallt. Denn nein, ich sehe hier kein Flusspferd. Und nein, die 14 Euro für einen 3D Kino-Film zahlen sich nicht aus für mich. Ich setze mir die Brille über meine eigentliche Brille nur auf, weil ich so normal sehen kann, ansonsten wäre es verschwommen.

Das heißt aber auch, dass ich Sprünge, die ich nicht kenne, viel schwerer einschätzen kann. Dass ich Sprünge, die ich in Parkour zum ersten Mal mache nur sehr selten sticke (das heißt auf der Landefläche ohne Ausgleichsbewegung stehen bleibe). Mein Hirn muss Distanzen erst kennen lernen, um danach berechnen zu können, wie weit etwas weg ist. Das ist natürlich blöd, wenn man sich einen Sprung nicht automatisch von allen Winkeln ansehen kann und auch nicht gefahrlos antesten kann.  Die Info von meinem Kollegen hat mir geholfen, einige dieser notwendigen Informationen zu ersetzen. Der Schwierigkeitsgrad des Sprunges war leicht, ebenso die Distanz. Go for it – lautet die Devise und ich habs gemacht.

Den zweiten Brückenbogen bin ich aufrecht gegangen, nachdem ich mir selbst versichert hatte, dass ich hunderte Meter weit auf fingerbreiten Stangen gehen kann und mich endlich einmal zusammenreißen muss. Aufrecht gehen ist außerdem sicherer als in QM zu kriechen, was kraftmäßig ein Wahnsinn ist über die Distanz.

Ein unangenehmer Aspekt der Brückenbögen war außerdem der Neigungswinkel. Zu Beginn der Bögen ging es bergauf, was angenehm ist. Die 2. Hälfte des Weges ging es jedoch bergab, wo sich jeder Taubenkotfleck wie eine potentielle Landmiene anfühlt, auf der man nicht ausrutschen möchte /darf. Zu Beginn des 3. Brückenbogens wartete eine Überraschung. Ich hörte Schritte, laute Schritte.

Ich drehe mich um und sehe mitten auf der Brücke, am Anfang ebenjener, einen Bauarbeiter. Gelber Helm, flotter Gang. Ohje. Sie haben uns erwischt.

Er kommt direkt auf uns zu. Hlft nichts, jetzt gehen wir mal sicher runter und dann schauen wir weiter. Wir wussten ja worauf wir uns einlassen. Wir warten geduldig bis der Arbeiter uns anspricht, er nähert sich. Je näher er kommt, desto klarer wird das Bild von ihm. Ich sehe ihn endlich deutlich und muss verwirrt feststellen, dass der von mir vermutete Helm bloß blonde Haare sind. Dass der vermeintliche Bauarbeiter lediglich ein angetrunkener Heimgeher vom Fortgehen ist, dass der Wappler so dermaßen laut ist, weil er im trunkenen Zustand überall anläuft. Er hat uns nicht bemerkt. 13 Meter über ihm sitzen wir auf einem Stahlträger und sehen ihm zu wie er sich seinen Weg von Urfahr nach Linz Stadt bahnt, über die Brücke, weil er das immer schon so gemacht hat. Scheiß Abriss. Nicht mit ihm. Ist ihm egal, ob die Brücke gesperrt ist, er geht ein letztes Mal drüber…

Leider ist er beim Überklettern des Absperrzaunes alles andere als leise. Ich muss etwas lachen. Die Situation ist zu absurd.

Wir nähern uns dem Ende des dritten Brückenbogens. Endstation, ein Abstieg von hier ist leider unmöglich. Was tun? Meine Abstiegspläne haben sich in Luft aufgelöst. Naja, bleibt nichts anderes übrig als wieder zum Anfang zurückzukehren.

Gesagt getan, wir machen uns auf den Weg. Wie aus dem Nichts entdecke ich etwas beim Rückweg. Eine Leiter? Echt jetzt? [siehe Bild 3] Eine Leiter vom oberen Ende des Brückenbogens ganz runter? Ich sehe nicht, ob die Leiter runterführt, ich sehe nicht, ob sie nicht irgendwo in der Mitte aufhört. Ich weiß nicht, ob sie stabil ist oder bereits verrostet. Ohje. Aber was bleibt übrig. Es muss sich einfach um einen Wartungszugang handeln. Ich gehe vor, es war meine Idee die Brücke zu erklettern, außerdem bin ich schwerer als mein Kollege. Wenn die Leiter bei mir hält, ist sie sicher.

Ich habe ein mulmiges Gefühl. Bitte brich nicht meine alte Dame,meine eiserne Lady, mein quergelegter Eiffelturm von Linz. 😉

Bild 3

Auf der Hälfte des Weges scheppert es, alles wackelt, ich habe mir das Knie an einer Sprosse angeschlagen, ich Tollpatsch. Jetzt sterbe ich deswegen, nach alldem was ich alles geschafft habe. Aber nein, die Leiter beruhigt sich wieder, ich klettere zu Ende. Mein Kollege kommt nach, alles gut. Jetzt runter von der Brücke. Wir gehen gemütlich auf der Mitte der Fahrbahn, wenn man uns jetzt erwischt wäre es uns egal. Was haben wir schon gemacht?

Wir umklettern erneut die Absperrung und treffen meinen Freund. Die ganze Aktion hat etwa 30 Minuten gedauert. Voller Freude und ohne zu begreifen was gerade alles passiert ist, setze ich mich ins Auto und fahre nach Hause. Ich schlafe erst spät ein, wache am nächsten Tag auf. Es wirkt wie ein Traum. Meine rauhen Hände mit Spuren der grünen Brückenbeschichtung beweisen mir das Gegenteil, ich muss lächeln.

Bildrecht – Josef Falkner – Bildrechte – Josef Falkner –  Wikipedia

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reborned1Obwohl 2016 aus weltgeschichtlicher Perspektive pre-apokalyptische Szenarien aufgeworfen hat war es aus we-trace Sicht ein ereignisreiches und positives Jahr mit viel Motivation für 2017.

Im April ging es privat nach Bukarest (Rumänien). Wie bei allen Trips nutze ich die Gelegenheit die lokale Szene kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsam zu trainieren. In Bukarest konnte ich Justin wiedertreffen, den ich zuletzt vor über 10Jahren gesehen hatte, der immernoch aktiv ist und der mittlerweile Bukarest´s 1. Parkour Halle eröffnet hat. Um genau zu sein, sie wurde 1 Woche nach meinem Aufenthalt eöffnet.

 

http://www.felixalexander.photos/

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Ebenfalls im April fand seit langer Zeit der Springjam wieder außerhalb Wiens statt, nämlich, auf meinen Vorschlag hin, in Linz! Das Gebäudemanagement des neuen Rathauses hat uns eine ausdrückliche Genehmigung ausgesprochen und mit ca. 50-60 TeilnehmerInnen war der Jam bei gutem Wetter ein voller Erfolg. Im Aufwärmen haben wir außerdem QM style die monströsen Ars Electronica Stiegen erklommen, eine Errungenschaft auf die alle stolz sein können (siehe Video). An dieser Stelle großer Dank an CtC-Verein zur Förderung von Bewegungskünsten für die tolle Organisation.

 

 

Im Juli fand erneut der sogenannte FMI – Forum Meeting Instruktor statt bei dem ich u.a. mithelfen konnte und meine bisherge Erfahrungen ein wenig teilen durfte. Der FMI ist eine CtC / PKVienna interne Kurzausbildung für alle interessierten Mitglieder, die in der Abhaltung des Forum Meetings unterstützend agieren möchten. Beispielsweise beim Leiten des gemeinsamen Aufwärmens oder bei der Abhaltung von kostenfreien Gratisworkshops für Anfänger. Ínhaltlich orientiert sich der FMI an ADAPT bzw. an den gängigen internationalen Coachingstandards.

 

Juli war zudem NIGHT MISSION time. Die 3. Night Mission ging nach monatelanger Vorbereitung mit insgesamt 7 TeilnehmerInnen erfolgreich über die Bühne. Es wurde geschwitzt, geblutet, der innere Schweinehund getreten und über ca. 9 Stunden durchgehend trainiert. Die Teilnehmerreviews sagen dabei mehr als ich hier unterbringen könnte. Ihr findet sie hier: http://www.we-trace.at/nightmissionreviews/

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Ein weiterer privater Trip führte mich nach Berlin im August, wobei auch hier die Gelegnheit genutzt wurde zu trainieren. Phil ein guter Freund und Trainingskollege verbrachte einige Monate in Berlin und neben dem Worlds best Döner gab es viel Gelegenheit sich zu bewegen.

 

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Da uns die outdoor Class an die verschiedensten Orte in Wien führt wurde Ende Juli / Anfang August am Schwendermarkt ein Team junger KünstlerInnen auf uns aufmerksam, die im Zuge des Grätzlevents “Schwenderkino” ein Kurzfilmprojekt mit uns drehten. Das Video zeigt abseits dem vielfach verbreiteten Bild von Parkour in den Medien ein sehr authentisches Bild eines Parkour Trainings, nicht zuletzt, eines Parkour Trainings mit we trace (Veröffentlichung war im August).

AkteurInnen der Stadt – Parkour am Schwendermarkt from Claudio Anderwald on Vimeo.

 

Ende August stieg ich mit Tom von Parkour Vienna in den Flieger nach London für eine Woche Training und Austausch mit Parkour Generations. In dieser einen Woche haben wir viel Schweiß und ein bisschen Blut in London gelassen und veiniges an Eindrücken und guten Gesprächen dafür bekommen. Trainiert wurde “all over London” und im sogenannten Chainstore, der 1. Parkourhalle UK-weit, die 2013 eröffnet hatte, als ich bei PKGen arbeiten durfte. Parkour Generations ist auch weiterhin Vorreiter auf internationaler Ebene und wir freuen uns, dass über die Jahre eine sehr freundschaftliche Beziehung gewachsen ist.

 

 

Direkt nach London ging es zur Erholung nach Griechenland, aber wie es mittlerweile offensichtlich sein sollte wurde auch hier trainiert. In Athen konnte ich Panos besuchen, der mit der Athens Parkour Academy Vorreiter in Griechenland ist. Nicht nur hat er mit seinem New World Gym (One Piece Anspielung) Griechenlands erste Parkour Halle eröffnet, er hat sich 2016 zudem vollständig professionalisiert und zeigt dabei eindrucksvoll, dass gerade in einem so ökonmisch krisengebeutelten Land wie Griechenland ein starker Wille etwas zu bewegen und zu verändern kleine Wunder wirken können. Die Trainingssessions mit Panos und Anma waren grandios. Das Zeitrennen gegen sich selbst (siehe Instagram) war genial.

 

Footplacement and speed route with Athens Parkour Academy. @panos_toge @aproswpaa

Ein von Alex (@we_trace_parkour) gepostetes Video am

 

Im Oktober ging es Schlag auf Schlag weiter. Für die Generalversammlung von Parkour One folgte ich einer Einladung nach Basel. Dort durfte ich we trace, aber generell Parkour in Österreich vorstellen, durfte all jene Leute treffen und kennenlernen, die in Deutschland und der Schweiz, aber auch international sehr gute Arbeit leisten.  Parkour One wird auch in Zukunft ein starker Partner sein und ich freue mich auf die Involvierung in Projekte wie z.B: der Parkour One Academy, eine Instanz zur Etablierung gemeinsamer Coaching und Wissensstandards, sowie zur Forschung und Entwicklung. Im Zuge der Generalversammlung konnte ich zudem das Interview mit jenen Coaches durchführen die 2016 nach Gaza gereist sind um dort zu unterrichten. (Das 1. Mal im für mich ungewohnten Format Face to Face via Kamera – Veröffentlichung wahrscheinlich Anfang 2017)

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Im Oktober startete zudem ein innovatives von der Stadt Linz gefördertes Projekt mit einer neuen Mittelschule in Linz. Im Zuge der bis jetzt eher planlos gestalteten Freizeitstunden der 1. Klassen wurde ich eingeladen über einen Zeitrahmen eines gesamten Schuljahres diese Freizeitsunden mit Parkour zu beleben. Den SchülerInnen soll dabei Spaß an der Bewegung, ein gewisses Körperbewusstsein und vor allem die Förderung von Selbstbewusstsein etc. vermittelt werden, während den beteiligten LehrerInnen jenes Wissen vermittelt werden soll, das dazu notwendig ist Elemente dieser Stunde auch eigenständig mit den SchülerInnen abhalten zu können.

 

Im November wurde ich vom Alpenverein nach Bruck an der Mur eingeladen, um dort einen Parkourworkshop für die GruppenleiterInnen der einzelnen Alpenvereinsgruppen abzuhalten. Dabei wollte ich neben einem ganzheitlichen Zugang zu Parkour vor allem die Fähigkeit betonen Parkour für jede Alters- und Skillgruppe gleichermaßen zu adaptieren, wobei die Differenzierung von Parkour in der “Realität” vs. Parkour in den Medien ebenso angeboten wurde, wie ein Mix aus den gängigen Unterrichtsformaten (Parkour Teambuilding, Einführung für Anfänger, Parkour als Tool zur Bildung von Selbstbewusstsein,…).

 

Im laufenden Betrieb fanden 2016 ca. 50 Outdoorclasses statt, bei jedem Wetter. Ausnahmen gab es lediglich aufgrund spontaner Ausfälle und /oder Reisen ohne Möglichkeit von Ersatz, was jedoch selten vorkam.

 

Julie in motion - pic by Andy Day (Kiell) - Link on bottom of interview

Julie in motion – pic by Andy Day (Kiell) – Link on bottom of interview

Auch dieses Jahr gab es wieder Interviews, wobei sich vor allem Samson und Phil von Parkour One angeboten haben bei den Interviews zu unterstützen. Daraus wuchs eine Kooperation mit Parkour One und einem breiteren Kreis der PKOne Mitglieder mit der Hoffnung die Interviews qualitativ besser zu machen und intensiver zu forcieren. Konkret konnte nach dem Erscheinen des neuen Buches Breaking the JumpJulie Angel für ein Interview gewonnen werden, nachdem sie 2013 ca. aus Zeitgründen bereits einmal absagen musste. Außerdem ließen uns die Betreiber der KRAP Halle, der damals größten Parkour Halle Europas einen Blick hinter ihre Kulissen werfen. Ein weiteres Interview befindet sich zudem gerade in der heißen Phase, denn Alex Pavlotski, australischer Anthropologe und Schöpfer der Parkour Panels Comic Serie beantwortet gerade unsere Fragen.

 

Ein paar der Eindrücke von 2016.

Julie Angel dived into the world of Parkour around 2003/04. She contributed greatly to a very rooted and real picture of Parkour through her short films, documentaries and portraits. Julie somehow manages to capture the spirit of Parkour on video without solely relying on the spectacle aspect of the discipline. Through her videomaking and her own practice she inspires people of all ages and abilities. In 2011 Julie released Ciné Parkour, the first ever academic work on PhD level on Parkour. At the same time Ciné Parkour, for the first time, provided a written and scientific base for the history and development of PK. 2016 saw the release of Julie´s “Breaking the Jump“, a book filled with incredibly detailed stories of the founders of the discipline along a structured timeline of the events and the history of Parkour. Below you will find the interview. The questions were developed with strong input from the community.

 

breaking the jump

Intro

  1. What does Parkour mean to you personally?

Julie: For me it’s a mixture of things both physically and mentally – a way of facilitating change, a mindset of embracing challenges, and a way of experiencing environments as more than they first appear.

 

Parkour and science

  1. What do you think would be interesting Parkour related research topics in the coming years?

Julie: I love the work Charlotte Blake is doing on Parkour and mental health – see this blog for more info on that. I also think longevity is an important issue that I’d like to see more projects focus on. Even though Parkour is still such a young discipline I think this matters. And public space, there’s so much to research! I’m a big fan of public space and there’s not so much left these days but it’s not clearly sign-posted so it’s a sort of stealth issue in that spaces that may appear as ‘public’ (ones where you can sit down and eat a sandwich on your lunch break etc.) but are in fact private and highly regulated. Bradley Garret is doing some great work on this at the moment.

 

  1. Do you intend to publish more scientific research related to Parkour?

Julie: Nope. I’m all done for now.

 

Your opinion

  1. As you actively work for inclusivity in Parkour and a broader acceptance: do you sometimes feel frustrated by the sheer mass of action orientated Parkour video releases and their influence on the broad public perception of Parkour?

Julie: Not really, I understand and also appreciate the will of people to share their achievements and the role it plays in inspiring others. It’s also easier to film the action than communicate something a bit more ambiguous or meaningful. Society loves a spectacle and Parkour can be a beautiful one so it’s great to celebrate that but yes a bit more balance would help those who are trying to communicate a broader message and especially those who focus on the educational potential for Parkour across a diverse range of ages and abilities. I think more filmmakers could do work on the other aspects of Parkour beyond the action but given the choice, if someone is only going to make 1 project about Parkour then most will go for action, but that’s not to say that more meaning can’t be communicated at the same time, it just depends on your filmmaking craft, experience and motivation.

 

 

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  1. What do you think of the current sportification of Parkour?

Julie:  It’s a mixed bag, in some locations the sportification and creation of certifications and regulated training has helped break down the barriers to participation for many. I wouldn’t have started training without there being a ‘proper class’ and trusting the coach. There’s also a big difference between someone being good at Parkour themselves and having the progressions and wider knowledge to coach and introduce it to someone of a very different background and level of physical competence than they themselves had when they started. As far as I know, the places where there are larger female participation are ones where there is a solid coaching community. People need to feel that they are welcome and this is communicated in everything a group or community does. It could be the imagery they use in their ads or promos, the style of language they use and how they are perceived locally. It all forms an impression of whether someone thinks ‘oh that’s something that could be for me’. At the other extreme the free exploration has been lost sometimes and replaced with a bootcamp style of training, the ‘no pain no gain’ mentality which I don’t personally enjoy and don’t make any progressions with. Depends on how you see ‘sport’, and what level of standardisation is imposed. I think the word ‘sport’ currently has a very narrow meaning and it would be great if an activity like Parkour could help broaden that.

 

  1. What do you think of the interplay between Parkour and business? Do you see any potential issues to the integrity of Parkour?

Julie: There are ethical businesses and there are opportunists and parasites. There are some great Parkour businesses out there that are community run, ethical, sustainable and profitable. These organisations have a high level of reflection on the question of ‘why’ they are doing what they do or offering X.Y,Z. They tend to take their time on projects but the results are ones of quality. For example, in Finland, if you are training to be a teacher for P.E. (physical education) or sports, every candidate will have had some Parkour training.  I also think there are Parkour businesses that are being run by people who know a lot about Parkour but not so much about running a business. People need to be open to learning more than just how to coach or perform Parkour. I know quite a few athletes who now have ‘Parkour office jobs’ and they can´t believe how much admin they have to do etc. but admit that they don’t have good efficient systems in place because maybe it’s the first time they’ve ever run a business. It’s like anything, there are always people you can ask for help, learn more about and have a different skillset. Nobody is good at everything. Every business makes choices around the values it wants to maintain and at what cost to their profit and sustainability. It comes down to informed choices basically.

 

  1. How do you estimate the ratio of female to male Parkour-practicioners right now? (50% / 50%?) Has this ratio changed over the years? (If yes: What are the main reasons for this change?)

Julie: Depends where but my guess is that on average it’s 10-30%. The places where I have seen growing female communities are ones where there is a solid coaching culture that has made a concerted effort to make women feel welcome. By advertising something as ‘for everyone’ is quite meaningless when you look at the wider culture of who does activities that are perceived as ‘risky’, need acts of courage and are potentially physically demanding. In general people wont think ‘oh well I bet there’s loads of women training of all ages’, they are more likely to think, ‘there are probably a lot of young athletic guys’. It takes a more specific approach to make those outside of the major demographic feel welcome at an event/class/jam. I think there’s more awareness of what needs to be done if people are interested in having more female participation. I think it’s really positive that people are asking the questions now of ‘well if it’s for everyone where is everyone? Where are the women, older participants, less able’ etc.

 

Julie in motion - pic by Andy Day (Kiell) - Link on bottom of interview

 

  1. Have you ever had the fear of not living up to the expectations of people you dealt with while working on the subject of Parkour?

Julie: Apart from the book no, and that was self-imposed. When doing my PhD  Iwas very lucky in that aspect compared to some other Parkour researchers I know. When I started training it was clear that I hadn’t moved for a very long time so there was no expectation for me to perform or be able to do anything. I spent years just doing step vaults and that was fine. I turned up and tried and was humble to the process so there was a mutual respect between those who I filmed and when I was a student at one of their classes. When filming and interviewing I have a very informal way of being and a very typical British self deprecating sense of humor so no big ego which meant that nobody ever knew if I was going to make anything that was any good or not. I quite often get told ‘oh wow, I thought it would be ok but I didn’t think it would be that good’. I take my work seriously but I’m not a very serious person if you know what I mean. However, with the book I felt an incredible sense of responsibility as people were sharing so much of their personal stories for which I am incredibly grateful. I was constantly humbled and amazed at how much people shared. I’m quite a private person and I can’t imagine how weird it is for those individuals to read about their lives.  I took that responsibility very seriously.

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Closing questions

  1. Is your work on the history of Parkour finished or will we get more on the subject from you?

Julie: There’s more but not another book. There are some chapters that I decided not to put in the book but I’d still like to share. I’m going to release those soon. If I put everything I wanted in the book I would never have finished it so there’s still more that will come out in the form of blogs etc. I just need to get back into a writing mindset again.

 

  1. What are you currently working on? (Current projects?)

Julie: As part of See&Do I’m working with several very inspiring coaches towards developing on a series of online courses: Strong Body Strong Mind, that involves a combination of functional natural movements, neural linguistic programming and self-defence strategies for women. It’s how to be healthy, happy and safe. Train your body, your mind and connect the two. I’m really excited about this and doing a lot of research.  If all goes well this should be ready early next year.

 

  1. Is there anything left you want to mention?

Julie: Keep moving, stay strong and be brave. And thanks for the questions 🙂

 

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More Ressources and Infos can be found on:

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The KRAP gym was one of the first of its kind and when earlier this year it was announced that KRAP will be undergoing fundamental structural changes the opportunity arose to get a glimpse behind the curtains of one of the biggest parkour and freerunning dedicated facilities out there.

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Below you will find a firsthand interview with the people behind the Krapannone gym. At this point a HUGE THANK YOU to the team for sharing all the details you will find below.

A – Opening question

Can you introduce yourselves? Who are the people behind KRAP and what´s your story? Who are we talking to right now? 🙂

is a result of the passion for freestyle sports and parkour in particular of three young athlets: Riccardo age 20, Valentino age 22, Giovanni age 20.

Krap came out from a group of friends passionate in freestyle disciplines, skate, parkour, snowboard and more, we funded in 2008 a sport association called KRAP A.S.D. and started teaching skate in the city skatepark and parkour in a small municipal gym. In those areas we were not allowed to carry vault boxes or other parkour equipment so, after the first year, together with a small group of 30 students, we decided to build our own facility to train and also plan all the other associative activities such as workshops, events and shows, that’s when Krapannone was born, in October 2010.

My name is Valentino Di Lauro, President of Krap A.S.D. and I am proud to say that we made the Krapannone for ourselves in the first place because it was our dream to train also when the weather was bad and to keep progressing in our disciplines.

B – Gym infrastructure and environment

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The KRAP gym is located in Santorso (Province of Vicenza) in the north of Italy. Santorso with its ~6000 inhabitants seems like a small village. The city of Vicenza (~120.000 inhabitants) being 25km away.

How well accessible was the gym in your view?

The gym location was due to a good (at the time) rental deal with the owner of the space which was not too far away from where we all lived.

How many classes did you run per week and how many people visited your regular classes (weekly)?

We have 15 different classes that people can attend 1 or 2 times a week, divided in 3 different level range and age from 4 years old up

Total number of participants per week:~200 of which 90 % are locals living within 10 km distance.

Could you characterise your main client groups for us? (In terms of age, where they came from geographically, level of experience in pk/fr, whatever helps to get a picture of who your regular visitors were)

As I think all gyms most of the people are kids approaching the discipline for the first time, from 8 to 14 years old.

How many events did you host / organise each year and what events were they? We know the famous Krapinvaders Jam, the KrapFreerunning competition, anything we missed?

Indoor main event is Krap Invaders Winter in Krapannone, that we did every January since 2011. We organize minor in-door events during winter mainly as guest in other structures. Main out-door event is Krap Invaders Summer + other minor events mostly in Italy as guests.
“Krap Challenge” Freerunning competition we organize only in case that we find proper sponsor, so it was done 2 times, 2013-2014

C – KRAP finances

On your website we found the statement that for financial reasons you have to move your gym to another, smaller location. A few questions that came to my mind were.

What were the overall monthly costs of maintaining the gym? [We provided various answer categories]

 1.>4000 Euros per month,

How big was the space?

1100 square meters

Did you have fixed employees / a staff of members or coaches that you were paying?

3 fixed employees, 7 teachers paid by teaching hours.

How much did building the whole gym cost? (Equipment, restoration of the building?, creating the foam pit?)

The gym is 100% DIY, that’s were we saved a lot of money, I think that building the actual setup would be over 80.000€, that we managed maybe to spend half thanks for all friends working for free and self-planning and constructing everything

How did you finance the gym in general? Did you take any loans from banks? Did you have savings before? Did you receive funding? What about sponsorship deals or cooperation with other parkour organisations?

I believe that our project is unique first of all because our investemet was maybe the lowest ever, 5.000€ from our saving, that were used for paying the first months, then we used some scaffolding brought in our last event in the cit..
As we didn’t have significant funds to start with, we had to begin early the activity to earn some money for the second month! So after 10 days of forced-labour camp with little the help we cleaned up the structure, layed down the parquet in the small gym for kids and started parkour lessons, with in empty warehouse with one scaffold, a decathlon trampoline, and a few wooden vaults… no mats, no tumbling, no foampit!

We never had sponsors because in this small city they’re hard to found, we’ve collaborated with a lot of parkour organizations or athletes that came here and helped us with promotion and activities.

What were your main sources of income? (Classes, Events, Merchandise,…?)

Classes, Events and membership fees for the use of the Gym. Merchandizing sales a bit inside the gym, but krapstore.com is international oriented.

D – The KRAP image and events

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How would you describe the KRAP image?

Since the beginning Krap mission was to spread the Parkour / Freerunning knowledge through events, courses in Krapannone and video activities in the web. Krap name and Logo has become synonymous of freestyle life. Sport garments and gadgets related with our name and logo has become the flag of a large community, I think our difference with the other teams/brands parkour related is that we embrace complete freedom, and we have space for every point of views or projects, Krap is a tool that everyone can use to build his dream!

What do you think are the strengths and weaknesses of your image? Do you think KRAP had an image problem?

Strengths is the one I cited above, and sometimes that’s also our weakness, as we embrace a lot of views and different activities sometimens we can appear disordered or we lose some focus in some…
Since the foundation KRAP made something in these fields:

  • Classes in: Parkour, skate, bmx, breakdance, juggling
  • Exibitions in the above disciplines
  • Building parkour, skate, bmx structures
  • Renting a warehouse and building a gym (Krapannone – 2010)
  • Renting another warehouse and building a Skatepark (The Wall Skatekrap – 2014)
  • Building an outdoor bikepark (Nanto’s Park 2016)
  • Building structures and organizing contest and activities in big events (The Jambo 2013-2014 and more)
  • Organizing our events and inviting people from all over the world, most of the time giving good athletes found on the web the chance to travel and be noticed in the parkour community
  • Making HI quality parkour and events videos for Youtube and facebook (2009-now)
  • Creating a clothing brand and made an online store: krapstore.com
  • Sponsorship of famous or emerging athletswith our garments
  • Enjoyed ourselves with all these activities

Do you think KRAP has influenced the world wide parkour/freerunning scene?

I think we’ve influenced a lot this world, more internationally than in Italy.

We have been among the first to produce great videos and invite international people in parkour events, expecially the Russians, our gym was also the first in Europe and I think our structures are also more elaborated comparing on what you find on regular events.

Events like KRAP Invaders and your competition are well known and some of the first of their kind. What is / was the motivation behind these events and how big of a role did they play in the financial maintenance of KRAP as a whole?

Gathering the international community, spread the name and logo Krap, spread the knowledge of our garments and gadget line www.krapstore.com is our main motivation, make a good job with this stuff and give people a good environment to train and have fun! Unfortunately Krap Invaders as self-financed event is not profitable (despite the high price), most of the times it’s an investment and a lot of people including us are working for free or very low money to organize and set-up the event.

Competition can be a better business when you do it in the name and with a good deal with a main sponsor.

E – Running a parkour / freerunning gym

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The more people frequent a place like KRAP the more likely it seems injuries happen at some point. Did you have any serious injuries happening in the gym?

Injuries are part of the game in every form of sport activity. Our courses in krapannone teach to better understand the possibilities and the limits of our body, train mindfulness and movement creativity. I do not think that the rate of injuries in krapannone is an issue (we may count 4 or 5 minor accidents per year only one or two requiring hospitalization

What was your policy on handling the everyday dangers of providing a training space? Did you let people sign a waiver? Did you have a special insurance going? How did you manage people in classes vs. people who trained on their own? And especially: how did you manage underage kids and teenagers in that sense?

Everyone using the facility, either for the courses or free training, is requested to become member of a recognized sport association (KRAP) affiliated to a National Sport entity called UISP. Every athlete is covered by an insurance and for the events we ask the participants to sign a waiver both for adults and minors.

F – Closing questions

What are the the most important aspects of running a parkour-gym in your point of view? What are the main lessons learned?

  • Dedication, entrepreneur mind, a community and a lot of volunteers.
  • Lesson learned is common for every kind of social activity:
  • Work hard, be creative, and be humble as somebody is always better somewhere! Learn from them and from your mistake.

Do you feel like KRAP failed or is it more an adaptation, maybe a welcome adaptation and a chance for new ways?

We have worked hard, sustained lot of pressure and economical adversities, but learned a lot and exposed ourselves to the International community. By enlarging the base of practitioners there will be more opportunities in the future and Krap aim is to remain a main reference for the international community.

Do you have any special projects planned in the near future?

We are working a lot to expand the quality and distribution of garments and gadgets on krapstore.com. And this summer we’re coming with 3 KRAP INVADERS events, that will be a great chance for everyone to join!, check out dates and places in www.krapinvaders.com

How will KRAP continue now?

Krap activities will continue and improve.We found now a new place for classes in 2016/17 Season, and we’re scouting new locations for Krapannone 2.0 which may be operative in 2017/18 Season

Thank you for your time and the interview in general. Good luck!

For an action packed tour through the current gym setup featuring the incredibly talented Krystian Kowalewski check out the latest video.

More Info on the gym and upcoming events at

What follows is the first review of one of the original participants from Night Mission III that I hosted in July 2016 in Vienna. Enjoy the read!

Night Mission III

Let’s face an inconvenient truth: Regular life is boring, about 95 % of the time. Wake up, eat, work, eat, wash the dishes, sleep, repeat. Yes, there’s the time with our loved ones that no one will want to miss, but apart from that? Repetition. “Groundhog Day” all over again.

For me, sports in general and parkour in particular is a form of breaking out of this routine. As long as I am moving forward, I am out of the comfort zone – I have to interact with my surroundings, their form dictates my options. And sometimes, this urge for getting out of the day-to-day-habit sends me off to events that challenge me even further. I’ve done several OCRs like Spartan Race, Wildsau Dirtrun and others. The Night Mission III was a whole different kind of thing, and I’m still not entirely sure what I experienced – but it was awesome.

Starting things off with nine people (including Alex, our guide for the night) in Heiligenstadt, we were all a bit anxious. Nobody except Alex and Christian – who stood in as instructor for Alex at some of the challenges – had ever been on a Night Mission before, and we did not really know what to expect. Right off the bat, Alex told us that the Mission was going to last for nine hours in total. A little more than I had anticipated, since I thought it ended at sunrise, which would have been two hours earlier. But well, it was too late to change my mind (not that I wanted that) and we set off into the night.

What followed was a well planned series of tasks along a certain subway line that in my opinion seldom had really a lot in common with “classic” Parkour movement. Only one challenge asked for continuous, flowing movement for five minutes in a row, which of course looks best if done with panache and a few pres and kongs. Apart from that, there was climbing, daring, endurance and a whole lot of teamwork excercises. In a smart move, Alex made sure that we changed partners for almost every task he threw at us. This way we could not stick to people we already knew, but had to get acquainted with all of our team – and I am very grateful for that, since they were a lovely bunch. See, there is a sense of cameraderie (even though I do not really like this word) between people that have shared a whole night of continuous movement, mental and physical challenges as well as a lot of smiles. Smiles and seldom loud laughs, mind you – because we’re ninjas, dammit! And come morning, I did feel a bit ninja. A thoroughly beaten ninja, mind you; I would not recommend this whole shenanigans to ill-prepared people. Run a few training rounds, scrape your knees in basic Parkour movement practice, maybe climb around a little in your local bouldering facility – you will need those things. But anyway: After all Alex had thrown at us, we were still standing, still moving, still checking of the last tasks (doing continuous push-ups for fifteen minutes at 6 AM – yeah, about as much fun as it sounds). I am happy to report that the whole team has made it through the night, but might have undergone the slightest bit of a change. Because even though the regular life may be boring from time to time, I will always enjoy every part of it if it leads me to exciting events like the Night Mission III.