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Nachstehend findet Ihr das 3. von 3 Teilnehmerreviews zur Night Mission Beta, die im September 2015 in Wien stattgefunden hat. Um dem Teilnehmer die Anonymität zu wahren werden keine Namen genannt. Viel Spaß beim Lesen!

What follows is the first review of one of the original participants from the first Night Mission that took place late 2015 in Vienna. Enjoy the read!

Night Mission Beta

Ich wusste nicht so recht, was mich auf der Night Mission erwarten sollte, aber ich wusste doch in etwa, was ICH mir erwartete: Aus der Comfortzone zu kommen, Challenges und Orte zu erleben, die für mich neu waren und mit einer Gruppe voll Commitment unterwegs zu sein.

Schon durch das vorgegebene Setting war mir klar, dass meine erste Erwartung sich erfüllen würde. Nachdem das Ganze zwischen 21 Uhr Abends und 6 Uhr früh stattfand, hieß das wohl oder übel, die Nacht durchzumachen. Tatsächlich gab es wenig Pausen, und diese nur kurz, von einem kurzen Nickerchen nicht mal annähernd zu sprechen. In der Nacht wurde es mitunter doch sehr kühl und teilweise auch sehr windig, doch dadurch, dass wir eigentlich ständig in Bewegung geblieben sind, sind wir selbst nie ausgekühlt. Im Gegenteil – die meiste Zeit verbrachte ich nur im T-Shirt. Und die Müdigkeit war zwar stellenweise da, meistens hatte ich aber keine Gelegenheit daran zu denken, und war einfach im Moment.

Eine der Challenges, die mich am meisten forderten, war ehrlich gesagt die Anzahl an Kilometern, die wir zurückgelegt haben – und davon den Großteil im leichten Laufschritt. Ich mach hauptsächlich Parkour, und Ausdauertraining ist kein Bestandteil meines üblichen Trainings. Das hab ich in dieser Nacht gut gespürt. Die obligatorischen 2L Wasser laut Ausrüstungsliste hab ich tatsächlich mehr als aufgebraucht (so viel trink ich normalerweise an einem ganzen Tag nicht…). Gottseidank haben wir alle zusammen eine spezielle (für mich neue) Lauftechnik verwendet, die mich trotzdem meistens gut mitkommen ließ. Alex hat uns nachher verraten, dass es über 20km waren, die wir in dieser Nacht zurückgelegt haben – zu Fuß!!

Was mir besonders gut gefallen hat war der Überraschungsfaktor. Ich wusste nie, wohin wir laufen, wie lange wir noch laufen, und was uns dort erwarten würde. Meistens war es ein “Oha, HIER bleiben wir stehen? Was gibt es denn hier überhaupt zu tun?”. Und an ein paar der Orte war ich schon einmal gewesen, aber wäre nie auf die Idee gekommen, dort die Challenges zu tun, die Alex mit uns gemeinsam gemacht hat. Manche davon waren körperlich, andere mental, die meisten aber beides. Die meisten sind jedenfalls “schon immer da gewesen”, aber ich hab sie noch nie gesehen. Diese Orte werde ich jetzt definitiv mit anderen Augen sehen. Und ich werde jetzt auch sicherlich viel mehr Spaß an Kletterchallenges haben – davon konnte ich dieser Nacht kaum genug bekommen. Obwohl es so spät war, ich müde war, unsere Kraft-Ausdauer schon länger gefordert gewesen ist – trotz all den Umständen sind manche der Aufgaben nur so “geflutscht” und ich bin in einen richtigen Flow reingekommen und wollte die “Station” gar nicht mehr verlassen. Bei einem der Tasks war ich körperlich einfach überfordert, aber da gab es einen Plan B, wie die Challenge auch für mich noch zu bewältigen war, ohne sie abbrechen zu müssen. So hatte ich auch etwas davon. Bei einem anderen Abschnitt ging es darum, eine bestimmte Technik gefühlte 100 Mal anzuwenden, und nach den ersten 3 Mal dachte ich mir, dass es unmöglich wäre, das durchzuhalten. Interessanterweise bin ich dann aber sehr schnell in einen Modus der “Zwangsökonomisierung” gegangen und hab die Technik halt so verändert, dass sie mich möglichst wenig Kraft kostet und so hab ich es bis zum Ende durchgehalten – und mir kam vor, dass ich es bei jedem Mal sauberer ausgeführt hab als zuvor.

Es war cool zu erleben, dass wir als Team so gut funktioniert haben. Es war uns immer ein Anliegen, dass es jeder schafft, wir haben uns gegenseitig motiviert, gespottet und getragen.

Alex hatte die Planung solide im Griff, er hat die Routen gut gewählt und wusste abgesehen von den Challenges über div. Möglichkeiten am Weg Bescheid (z.B. Trinkwasser zum Auffüllen). Generell hab ich mich mit seiner Anleitung sehr wohl gefühlt. Er hat immer darauf geachtet, dass wir alle zusammen sind, niemanden verlieren, immer wieder gefragt, ob es uns gut geht und ist auf spontane (“das möcht ich mir kurz ansehen”) und individuelle Wünsche (z.B. Änderung des Laufmodus) gut eingegangen. Er hat seinen Notizzettel mit der Planung, wie ich nachher gesehen hab, die ganze Zeit dabei gehabt, aber er hat ihn nie gebraucht.