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Nachstehend findet Ihr das 2. von 3 Teilnehmerreviews zur Night Mission Beta, die im September 2015 in Wien stattgefunden hat. Um dem Teilnehmer die Anonymität zu wahren werden keine Namen genannt. Viel Spaß beim Lesen!

What follows is the second review of one of the original participants from the first Night Mission that took place late 2015 in Vienna. Enjoy the read!

Night Mission Beta

Neunzehn Uhr, daheim: Mein Rucksack ist gepackt, 2 Flaschen Wasser, Studentenfutter, ein bisschen Notfallschokolade, ein Ersatzpullover. Das Wetter soll trocken bleiben. Ich lege mich noch kurz hin um mich noch auszuruhen. Ich weiss nicht was mich erwartet, aber die Nacht wird lang und höchstwahrscheinlich anstrengend. Und ich bin fest entschlossen, sie in vollen Zügen zu geniessen und nicht irgendwann nurmehr im Zombie Modus vor mich hin zu stolpern.

Einundzwanzig Uhr, U1 Station Donauinsel: Eine kleine Gruppe Leute steht unauffällig neben der neuen Donau, leicht zu übersehen neben einer grösseren Gruppe biertrinkender Jugendlicher. Alle sind sportlich angezogen, haben kleine Rucksäcke mit, manche essen noch ein paar Nüsse. Die die sich noch nicht kennen, stellen sich kurz vor, schnell sind gemeinsame Bekannte und andere Berührungspunkte herausgefunden. Wir laufen langsam los, unter unqualifizierten Kommentaren der Hopfensaftliebhaber.

Zweiundzwanzig Uhr dreissig, in einem Park, Innenstadt:

Schon einiges an Strecke ist zurückgelegt, abwechselnd gehend und laufend, die ersten Herausforderungen sind erfolgreich bewältigt, entweder im gesamten Team oder in Zweierteams. Wir sind beflügelt, es war anstrengend, aber schaffbar und das Energieniveau wird eher höher als niedriger. Es geht zum ersten Mal in die Höhe, für mich raus aus der Komfortzone, aber stets in sicherem Rahmen. Die Gruppe trägt ihr übriges dazu bei, kein Druck, aber Aufmunterung zum Vertrauen in meine Fähigkeiten.

Vierundzwanzig Uhr, irgendwo im sechsten Bezirk: Der letzte Weg war sehr unorthodox, mit überraschenden Begegnungen. Jetzt geht es eine strukturierte Mauer hoch, auf unterschiedlichen Wegen. Die Gruppe tüftelt an verschiedenen Lösungsansätzen, Im Endeffekt schafft jeder den Aufstieg.

Halb drei Uhr morgens, weiss der Teufel wo: Die letzten Herausforderungen waren körperlich und mental anstrengend, bleierne Müdigkeit kommt hinzu, es wird zäh. Wir kommen langsamer vorwärts, versuchen einen Kompromiss zu finden zwischen bisschen Essen, aber nicht so viel, dass die Müdigkeit verstärkt wird. Es fällt mir manchmal schwer, geradeaus zu gehen, ich bin froh, dass wir dauernd in Bewegung sind, sonst würde ich einschlafen.

Das Schöne ist, dass es allen so geht, wir machen uns drüber lustig und wir schauen aufeinander, dass niemand auf der Strecke bleibt.

Vier Uhr morgens, irgendwo neben dem Donaukanal: Seit der letzten Herausforderung bin ich wieder wach. Klettern, Traversieren und – für die die sichs zutrauen – in die Höhe. Gute Griffe und Tritte, die Konzentration kommt ab eineinhalb Meter Höhe wie von selber. Ich bin aus dem Loch wieder draussen.

Vier Uhr dreissig wieder im Norden von Wien: Am Himmel zeichnen sich die ersten Spuren von Dämmerung ab und der Körper reagiert mit erhöhter Energie. Wir sehen im schwachen Licht, wo wohl das Ziel der Reise sein wird. Geil :).

Fazit:

Eine ungewohnte Herausforderung, gut durchdacht und ausgetüftelt. Gute Mischung aus Durchhalten und Herausforderungen im Moment lösen. Alex hat gut drauf geachtet, dass wir zwar unserem Spiel- und Entdeckertrieb nachgehen können, aber trotzdem nicht ein Teil der Gruppe durch einen anderen Teil aufgehalten wird. Sehr guter Umgang mit rechtlichen Grauzonen. Sehr gute Gratwanderung zwischen Ende der Komfort- und Anfang der Panikzone, für jeden dosierbar.

Wenn ich die Nacht mit einem Wort beschreiben müsste, wäre das “echt”. Die ansehnliche zurückgelegte Distanz war echt, die Höhe war echt, die Erschöpfung war echt. Dass die meisten Herausforderungen mit Rucksack erledigt wurden, war echt. Keine Laborbedingungen, sondern die Bedingungen, die man hat, wenn man unterwegs ist.